7 Präventionspunkte

Schützen Sie Ihr Kind, indem Sie mit Ihrem Kind über die 7 Präventionspunkte sprechen!Facebook

Die süsse 5jährige Selfie* (Name geändert) wurde von Ihrem Vater jahrelang missbraucht! Ihr Vater sagte ihr jeweils, dass das alle machen, die sich lieben. Und so war es für Selfie ganz normal - obwohl es ihr immer wieder ganz fest weh tat!


Wenn Sie mit Ihrem Kind das Thema "gute und schlechte Berührungen" sowie "gute und schlechte Geheimnisse" besprechen, so wird Ihr Kind sich auch wehren können und Hilfe holen, wenn ihm jemand etwas antun möchte. Anbei finden Sie die 7 Präventionspunkte, die Ihnen als Anleitung dienen, wie Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen können.

 

1  Dein Körper gehört Dir!

Du bist wichtig und Dein Körper ist einzigartig und wertvoll. Du kannst stolz auf ihn sein. Über Deinen Körper entscheidest Du alleine und Du hast das Recht zu bestimmen, wie, wann, wo und von wem Du angefasst werden möchtest.

 

2  Deine Gefühle sind wichtig

Du kannst Deinen Gefühlen vertrauen. Es gibt angenehme Gefühle, da fühlst Du Dich gut und wohl. Es gibt aber auch solche, die sind unangenehm. Du hast das Recht, komische, blöde und unangenehme Gefühle zu haben. Sie sagen Dir, dass etwas nicht stimmt und Dir nicht gut tut. Du darfst Deine Gefühle ausdrücken und mit uns darüber sprechen, auch wenn es schwierige sind und Du glaubst, dass sie nicht zu einem Mädchen oder Jungen passen.

 

3  Angenehme und unangenehme Wer darf mich wo berührer 1Berührungen

Es gibt Berührungen, die Dir gut tun und Dich richtig glücklich machen. Solche Berührungen sind für jeden Menschen wichtig. Es gibt aber auch solche, die unangenehm sind, Dich verwirren, Angst machen oder sogar weh tun. Solche Berührungen darfst Du zurückweisen. Kein Mensch hat das Recht, seine Hände unter Deine Kleider zu stecken und Dich an der Scheide, am Penis, am Po oder an Deiner Brust zu berühren. Es gibt Menschen, die möchten von Dir so berührt werden, wie Du es nicht willst, zum Beispiel an ihren Geschlechtsteilen. Niemand hat das Recht, Dich dazu zu überreden oder zu zwingen, auch wenn Du diesen Menschen kennst und gerne hast.

 

4  Das Recht auf NEIN!

Du hast das Recht, Nein zu sagen. Wenn Dich jemand gegen Deinen Willen anfassen will oder Dinge von Dir verlangt, die Du nicht tun willst, dann darst Du NEIN sagen und Dich wehren. Lass uns gemeinsam überlegen, in welchen Situationen es sinnvoll ist, nicht zu gehorchen und mit welchen Mitteln Du Dich wehren kannst.

 

 5  Es gibt gute und schlechte Geheimnisse

 Es gibt gute Geheimnisse, die Freude machen und spannend sind. Zum Beispiel wenn Du jemanden mit einem Geschenk überraschen willst. Schlechte Geheimnisse bedrücken und machen Angst, sie fühlen sich schwer und unheimlich an. Solche Geheimnisse, die Dir ein ungutes Gefühl geben, sollst Du unbedingt weiter sagen, auch wenn Du versprochen hast, es niemandem weiterzuerzählen. Das hat nichts mit Petzen zu tun.

 

6  Das Recht auf Hilfe

Wenn Dich ein schlechtes Geheimnis belastet oder Du etwas Unangenehmes erlebt hast, bitte ich Dich, es zu erzählen. Dann können wir Dir helfen. Höre bitte nicht auf zu erzählen, bis Dir jemand glaubt. Ich jedenfalls, werde Dir glauben. Lassen wir uns noch gemeinsam überlegen, mit welchen Menschen Du noch über schwierige Dinge reden kannst.

 

 7  Du bist nicht schuld

Wenn Du es erlebt hast oder es Dir passiert, dass eine Person Dich sexuell ausbeutet, so bist Du nicht schuld. Ob Du Dich nun gewehrt hast oder nicht. Es gibt Menschen, die übergehen Deine Grenzen. Vielleicht konntest Du Dich auch nicht wehren, weil die Angst zu gross war. In keinem Fall bist Du an der Ausbeutung schuld, egal was der Täter oder die Täterin behauptet. Er/Sie trägt die Verantwortung für das, was er/sie Dir angetan hat.

 

 Kinder, deren körperliche und persönliche Grenzen schon früh respektiert werden und die gelernt haben, dass sie ihre Gefühle ausdrücken dürfen und damit ernstgenommen werden, die in einer liebevollen und bejahenden Umgebung aufwachsen und die daran unterstützt werden, ihren Körper zu erforschen und eine positive Beziehung zu ihm zu entwickeln, werden eher in der Lage sein, einen sexuellen Übergriff als solchen zu erkennen, darüber zu reden und sich Hilfe zu suchen. Umgekehrt wird ein Kind, dessen "NEIN" häufig übergangen wird und dessen Gefühle nicht ernst genommen werden, sich nicht plötzlich trauen einer erwachsenen Person gegenüber starken Widerstand zu zeigen. Das bedeutet, dass eine Erziehung, die Kinder als eigenständige Persönlichkeit annimmt und ihren grundlegenden Persönlichkeitsrechte gibt, sie auch besser vor sexueller Ausbeutung schützt. Eine liebe- und respektvolle, ermunternde und positive verstärkende Erziehung ist der beste Schutz vor sexueller Ausbeutung, den Sie Ihrem Kind mit auf den Weg geben können!

 

 "Mit", nicht über Kinder sprechen - der beste Übergang zu den Kinderrechten